Wer schreiben will, … muss schreiben!
Wie es zu meinem ersten Buchprojekt kam, ist das beste Beispiel für die scheinbar paradox klingende Aussage „wer schreiben will, muss schreiben“.
Ich wollte schreiben, seit ich Bücher lesen konnte. Doch worüber? An diesem Punkt endete meine Vorstellung von mir als Autorin. Welches Thema lag für mich auf der Straße? Worüber könnte ich bloß schreiben? Nichts bot sich mir an.
Der Kindheitstraum verblasste und geriet ins Vergessen. Bis plötzlich, Jahre später, diese Idee für einen Thriller auftauchte. Ich kann nicht sagen, ob sie mir im Traum zugeflüstert wurde, in den diffusen Gedanken vor dem Einschlafen erschien oder im morgendlichen Gedankennebel.
Ich notierte die Idee auf einen Notizzettel, legte ihn in die Nachttischschublade und der Alltag übernahm wieder die Regie. Keine Zeit für ein Buch. Das war ja nur so eine Idee.
Der Traum, Autorin zu sein, schlummerte unbemerkt weiter in mir. Und um Träume zu leben, das weiß ich nun, muss man erwachen. Mein Weckruf war meine Tochter, von der ich nebenbei erfuhr, dass sie gemeinsam mit ihrer Freundin einen Roman schrieb. So lernte ich eine wichtige Lektion: Wer schreiben will, muss genau das tun: schreiben. Zumal die Ausrede, keine Idee zu haben, galt nicht mehr. Ich hatte ja den Zettel. Zwar vergilbt, aber immer noch da. Und die Idee fesselte mich weiterhin. Also begann ich zu schreiben.
Ich begann, meinen ersten Roman zu schreiben. Ohne viel theoretisches Wissen – und dennoch machte ich intuitiv vieles richtig. Schnell merkte ich aber, dass mein langsam wachsendes Erstlingswerk wohl kein Weltbestseller werden würde und ich kam ins Grübeln: Lohnte sich dieser ganze Aufwand, den ich da in diesen Text investierte?
Ich bin froh, dass ich damals nicht aufgegeben habe. Dass ich mir selbst bewiesen habe: Ich kann ein Buch schreiben – mit Anfang, Mitte und Ende. Es gibt Menschen, die es komplett gelesen haben. Manche waren sogar begeistert. Davon zehre ich und bin entsprechend stolz auf mein Erstlingswerk. Selbst wenn es nie veröffentlicht wird und ich es damit nur für die Schublade geschrieben habe – ich habe es geschrieben.
Nur für die Schublade? Eigentlich nicht. Es war nicht nur für die Schublade. Es war für mich.
Wenn du Einblicke wie diese magst und in unregelmäßigen Abständen über mein Schreiben informiert werden willst, ist die Elchhörnchen-Post für dich perfekt.