Meine erste Schreibblockade
Manche Autorinnen mögen es nicht, wenn man das Stocken im Schreibprozess so nennt: Schreibblockade. Ich könnte jetzt ebenfalls lange darüber philosophieren, ob es wirklich der passende Begriff ist. Damals, bei meinem ersten Feststecken im Schreibprozess, nannte ich es so. Ich wusste es noch nicht besser. Auch wenn das Wort negativ klingt: Für mich ist diese erste Erfahrung eine wichtige Erinnerung. Denn ich fand einen guten Weg aus meiner Sackgasse und greife gerne darauf zurück, wenn mein Schreiben ins Stocken gerät.
In „Wer schreiben will, … muss schreiben!“ berichtete ich bereits von meiner ersten Romanidee. Von der, die 20 Jahre auf einem kleinen Notizzettel in meinem Nachttisch ausharren musste, bis ich sie endlich ernst nahm und mit dem Schreiben begann. Mein Schreiben zehrte von diesen Notizen … und dennoch kam es ins Stocken, als ich in der Umsetzung von meinem ursprünglichen Plan, einem Thriller-Plot, abwich und die Handlung ummünzte in einen Entwicklungsroman.
Warum aber kein Thriller mehr? Nun, ich hatte seit der Geburt meiner Kinder dieses Genre nicht mehr gelesen, war dünnhäutiger geworden und konnte daher auch keinen Thriller schreiben.
Und mit dieser Umorientierung zeigte sich: Es ist eine merkwürdige Sache mit der Inspiration und der Muse. Denn die Geschichte, die mich vor 20 Jahren gefunden hatte, sträubte sich gegen alles, was mir in den Sinn kam, um ihr ein angemessenes Nicht-Thriller-Ende zu verpassen. Wie also sollte ich nun für die Geschichte, die mit Anfang, Ende und Mitte zu mir gefunden hatte, und die ich dann so bewusst aus einem Genre in ein völlig anderes verpflanzte, ein passenderes Ende finden?
Mein Schreiben geriet ins Stocken – Tage, sogar ganze Wochen. Bis ich schließlich auf die Idee kam – oder sie in einen Ratgeber las oder in einen Kurs davon hörte –, eine der Figuren selbst zu befragen, wie das Buch denn enden könne. Durch das Schreiben dieses fiktiven Dialogs mit der Figur kam die Inspiration, und die Antwort auf meine Frage ließ sich plötzlich einfach niederschreiben. So einfach war es plötzlich.
Die Freude und Überraschung über dieses Erlebnis hat mich nie verlassen. Immer, wenn ich nun erneut in eine Ideenblockade komme, baue ich auf dieser Erfahrung auf.
Außerdem sammle ich ganz bewusst jeden neuen, erfreulichen Musenkuss-Moment, den ich erlebe. Dadurch weiß ich nun und erinnere mich in Tiefphasen daran: Ideen kommen, wann und wie sie wollen. Dann muss man sie nur noch aus der Luft schnappen – und festhalten.
Wenn du Einblicke wie diese magst und in unregelmäßigen Abständen über mein Schreiben informiert werden willst, ist die Elchhörnchen-Post für dich perfekt.