Vom Schreibtisch
Beobachtungen aus dem Schreiballtag – über Prozesse, Zweifel und das Weiterschreiben.
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Die vielen Schichten einer Figur
Spitze des Eisbergs (1) Der Vergleich mit einem Eisberg wird in Schreibratgebern oft bemüht, wenn es darum geht, die Wichtigkeit der sogenannten „Backstory“, eines Charakters zu bemühen. Mir kam sie neulich in den Sinn, als ich über einen meiner Bösewichte grübelte. Er ist noch zu platt, denn er ist einfach nur böse. Das wurmte mich und ich begann, über ihn zu schreiben. Nicht im Manuskript, sondern auf einem separaten Blatt. Einfach, um ihn kennenzulernen, um seine Hintergrund-Geschichte zu erforschen. – Ja, es gibt auch ein deutsches Wort für Backstory.
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Meine erste Schreibblockade
Manche Autorinnen mögen es nicht, wenn man das Stocken im Schreibprozess so nennt: Schreibblockade. Ich könnte jetzt ebenfalls lange darüber philosophieren, ob es wirklich der passende Begriff ist. Damals, bei meinem ersten Feststecken im Schreibprozess, nannte ich es so. Ich wusste es noch nicht besser. Auch wenn das Wort negativ klingt: Für mich ist diese erste Erfahrung eine wichtige Erinnerung. Denn ich fand einen guten Weg aus meiner Sackgasse und greife gerne darauf zurück, wenn mein Schreiben ins Stocken gerät.
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Wer schreiben will, … muss schreiben!
Wie es zu meinem ersten Buchprojekt kam, ist das beste Beispiel für die scheinbar paradox klingende Aussage „wer schreiben will, muss schreiben“. Ich wollte schreiben, seit ich Bücher lesen konnte. Doch worüber? An diesem Punkt endete meine Vorstellung von mir als Autorin. Welches Thema lag für mich auf der Straße? Worüber könnte ich bloß schreiben? Nichts bot sich mir an.